• Etwas vom Antoinismus (Psychische Studien-Heft 7-Juli 1912)

    Etwas vom Antoinismus (Psychische Studien-Heft 7-Juli 1912)

    Etwas vom Antoinismus.

    Mitteilung von Dr. med. Franz Freudenberg, z. Z. in Brüssel.

        Unter dem Titel: „Belgien besitzt eine neue Religion“ bringt die Nummer vom 1. Januar 1911 des „Echo du merveilleux" einige Mitteilungen über die „Antoinismus“ genannte Bewegung in Belgien, über welche unsere Leser wohl schon Einiges aus der Tagespresse, z. T. auch vielleicht durch meinen Artikel im Februarheft der „Ubersinnlichen Welt“ etwas erfahren haben.
        Das „Echo“ bringt den Wortlaut der bei der belgischen Repräsentantenkammer eingereichten, mit der für dieses Land unerhörten Zahl von 160,000 Unterschriften bedeckten Adresse, worin die Anhänger des großen „Heilers“ um staatliche Anerkennung ihres besonderen Kultus und um das Recht, weitere Kirchen zu erbauen, nachsuchen. Eine Kirche in Jemappes-sur-Meuse, dem Wohnort des großen Heilers, besitzt der Antoinismus bereits. Fast alle Unterzeichner der Adresse und Anhänger des Kultus sind geachtete Leute; auch höher Gebildete in größerer Zahl befinden sich unter ihnen: Lehrer, Ärzte, Offiziere etc. Tausende von Heilungsattesten sind der Petition beigefügt, unterzeichnet von angesehenen Ärzten. Auch ein oder sogar zwei Abgeordnete sind Antoinisten. Da Belgien nur 20000 Israeliten und 15000 Protestanten zählt, so stellt der Antoinismus die zweitgrößte Kirchengemeinschaft des Staates vor. *)
        Die Erscheinung Antoine’s, des großen Heilers, nicht minder aber die Entwickelung des „Antoinismus“, ist in psychologischer Beziehung eine hochinteressante. Deshalb hat das „Echo“ denn auch kein Bedenken getragen, seinen Mitarbeiter, Herrn Jules Bois von Paris, nach Jemappes zu schicken, um den ehemaligen Bergmann und jetzigen Religionsstifter in aller Form zu interviewen. Die gleiche Nummer bringt nun unter dem Titel: „ Ein Besuch. Ein großer Heiler in Belgien“ den Bericht des genannten Gelehrten. Der Name  J u l e s  B o i s  ist allen Lesern, wenn nicht anderweitig, so doch durch jene Wette betreffend kontrollierte Bewegung von Gegenständen ohne Berührung bekannt. Ohne jede Frage ist Jules Bois ein feiner Kopf, ein scharfsichtiger Beobachter, ein logischer Denker. Er ist nebenbei auch noch ein gewandter Schriftsteller und anregender Erzähler. Ich würde daher die Leser dieser Zeitschrift tatsächlich um einen Hauptreiz des ganzen Berichtes bringen, wenn ich ihn nachstehend nicht in seinem vollen Wortlaute wiedergeben würde. Auch der Passus, in welchem er à la Molière die Ärzte aufs Korn nimmt, mag ruhig mit unterlaufen. Ja, noch mehr als das, er sei ihm verziehen. Ist es doch ein erhebendes Gefühl, sich großmütig zu zeigen, zumal es so wenig kostet, als ein klein bischen Selbstüberwindung. Nur wollen wir hoffen, daß Freund Bois nicht eines Tages durch ein gelegentliches Zusammentreffen mit einem Auto oder durch einen kleinen innerlichen Verdruß, wie sich solche bisweilen mit den Jahren einzustellen pflegen, veranlasst werden möchte, seine Ansicht einigermaßen zu revidieren. Man munkelt allerhand aus den letzten Tagen der verflossenen Miß  E d d y. Doch genug der Präambeln, zur Sache!
        »Im ganzen Condroz sagte man mir:    „Besuchen Sie Louis  A n t o i n e, er ist der größte Heiler Belgiens.     Er verrichtet Wunder wie die berühmtesten Thaumaturgen. Er besitzt kein Wissen, außer dem, welches seinem Instinkt entstammt, oder wie die Spiritisten sagen, von seinem Führer ausgeht.“    Ich persönlich habe eine gewisse Schwäche für die Heiler. Sie werden allgemein von den Ärzten, ihren Konkurrenten, verfolgt und tuen oft ebensoviel Gutes wie diese.    Wer hätte nicht den Zuaven  J a k o b  gekannt, der Zeiten epochaler Berühmtheit erlebte? In Lyon behandelte vor einiger Zeit  B o u v i e r  täglich mehrere Hunderte von Kranken, und vor einigen Jahren behauptete zu Paris ein bizarrer Amerikaner, der unter dem Pseudonym  S a n k t  P a u l  auftrat, daß aus seiner Hand, die nur aus 3 Fingern bestand, heilkräftige fluidische Ströme ausflössen.

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        Als ich, von Lüttich herkommend, auf der kleinen Station Jemappes-sur-Meuse ausstieg, fragte ich den Stationsvorsteher:    „Kennen Sie Louis  A n t o i n e?“    „Ob ich den kenne",    antwortete dieser, „man spricht von ihm in ganz Belgien.    Er wohnt 200 Meter von hier und heute Nachmittag treffen Sie ihn inmitten seiner Patienten.“ Hinter der Bahnsteigsperre sah ich Léon  F o c c r o u l e, den Vorsitzenden des Spiritisten vereins zu Poulseur. Ich brauchte mich also nicht weiter nach einem Cicerone umzuschauen. Seine rundlichen Augen unter den gefalteten Augdeckeln strahlten von Klugkeit und Wohlwollen. Für ihn ist Louis  A n t o i n e  eine Art Heiliger, ein Priester der Laienkunst, der mit vollkommener Uneigennützigkeit für das Wohl der Menschheit tätig ist.
        Wir schritten durch den Rauch der Fabriken über die Eisenbahngeleise, über geschwärzte Erde, bevölkerte Straßen entlang. Bisweilen zogen sich langsam bewegende Frauen an uns vorüber, mit einem Stecken auf der Schulter, von den bis zu den Hüften mächtige Eimer herabhingen. Die Sonne schien nur trübe; die Fabrikschlote erhöhten die traurige Stimmung und erfüllten alles mit Dunst. Mir kam das geistreiche Wort des belgischen Sozialisten  D e m b l o n  in den Sinn: „Der Mystizismus entwickelt sich meist in den Städten, wo es allzuviel Rauch gibt.“    Das wäre also der Grund, warum dieses so praktische, ziemlich sinnliche und feinschmeckerische Belgien seine Kohlenreviere von Phantomen befallen sieht. –
        An einer Kreuzwegecke zeigte sich ein Haus von offiziellem Anstrich, das etwa wie eine Klinik oder ein kleines Gemeindehaus ausschaute.    Die Türe steht offen.  F o c c r o u l e  spricht auf Wallonisch mit einigen Leuten, die vor einem benachbarten Wirtshaus an Tischen sitzen. Die Geuze-lambic **) gestattet den zahlreichen Pilgern behaglich den Augenblick abzuwarten, in welchem ein jeder der Reihe nach empfangen wird.    Im Warteraum eine Unmasse von Frauen. Die Klientinnen stellen die verschiedenartigsten Typen dar: von der Frau des Werkmeisters, schon gut bürgerlich ausschauend, im Hut und mit einem Korsett, das sich unter dem Kleid wie ein Panzer abhebt, bis zu den niedrigsten Arbeiterfrauen, mit ihren grobgewebten Shawltüchern, ihren Holzschuhen und den zerzausten Haaren, deren fehlender Glanz die seit lange versäumte Pflege beweist. Sie haben ihren durch Stillen erschlafften Brüsten Lumpen untergelegt, die sich bei den Erschütterungen durch die Atmung und den Herzschlag auf und nieder bewegen. Die Stille wird nicht einmal durch Kindergeschrei gestört. Einige Greisinnen sind auf ihren Regenschirm gelehnt eingenickt und schrecken jählings auf, wenn sich im Hintergrund die Türe öffnet, um einen Wundergeheilten heraus und einen andern Leidenden eintreten zu lassen.
        Ich erlangte Zutritt durch die Kulissen der magnetischen Offizin, nämlich einen engen Hausflur, in welchem als einziger Schmuck ein offenes Faß mit Kehricht steht. Dieser Gang führt nach dem Häuschen, welches Louis  A n t o i n e  bewohnt. Nur eine Stube, ärmlich und nackt, worin seine Frau selbst kocht.

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        Ich habe erraten, daß mich  F o c c r o u l e  als einen Quasi-Adepten vorgestellt hatte. Louis Antoine empfing mich mit Sympathie. Er ist mikrozephal, die Haare kurz geschoren, der Bart meliert, und etwas Gräuliches, wie soll ich sagen, umfließt seine ganze Person. Ohne Zweifel rührt es von Alter her, welches seinem Haare die Farbe und seinen Blick den Glanz genommen hat, vom Rauch, der ganz Jemappes erfüllt und Menschen und Gegenstände einhüllt. Er spricht mit einer gewissen Schwierigkeit, sei es, daß er mit dem Französischen nicht recht vertraut ist, sei es, daß seine Nervosität, die immer hervorzutreten droht, seinen Worten den zittrigen Charakter verleiht.
        „Entschuldigen Sie“, sagte er zu mir, „ich kann Ihnen nichts antworten, ehe ich ,Ihn‘ konsultiert habe. Ich tue nichts ohne ,Ihn‘.“     Louis  A n t o i n e  sprach solcher Gestalt geheimnisvoll von seinem geistigen „Führer“, den er nicht recht zu benennen weiß; bald ist es für ihn die Seele des Pastors von Ars, bald die des Dr.  D e m e u r e, deren Kreidebilder im Wartezimmer an der Wand hangen, neben Plakaten gegen den Alkoholismus.    Dieser „Geist“ war mir offenbar nicht feindlich gesinnt, denn der Heiler, welcher wußte, daß ich mit dem nächsten Zuge wieder zurückfahren mußte, empfing mich fast sofort im Wunderzimmer.
        „ ,Er‘ erscheint mir“, sagte er, „wie eine leuchtende Wolke, wenn meine Kur gelingen soll; aber wenn diejenigen, welche zu mir kommen, keinen Glauben haben, so verläßt nich mein Führer. Ich stehe dann allein da, und aus mir vermag ich wenig.“    Sie sind also kein Magnetiseur?“ „Oh doch, aber zum wahren Louis  A n t o i n e  bin ich erst geworden, seit ich den Glauben habe. Der Glaube ist es, der uns heilt.    Wenn wir glauben, daß wir nicht mehr krank sind, so verschwindet die Krankheit. Wir sind geheilt kraft unseres Glaubens. Je mehr Erfolg ich hatte, desto größer wurde mein Vertrauen und mithin um so stärker nein Erfolg.“
        Louis  A n t o i n e  erklärt mir, daß er Arbeiter in einem Walzwerk war. Das Feuer, worin die heidnischen Salamander tanzen, der Rauch, welcher Phantomen Körperanschein gibt, haben allmählich diese Seele beeindruckt, die unwissend war, aber im Zusammenhang mit der allgemeinen Natur stand. Und die Natur des Alls liebt es, den geistig Einfältigen ihre Geheimnisse ins Ohr zu raunen.
        Dies erzählte er mir mit seiner gleichfalls rauhen, verschleierten Stimme, unter plötzlichen Stockungen und Unterbrechungen.    Wenn man nach Hause kam und von dem Walzwerk träumte, dann hatte man manchmal das Erinnerungsbild aller dieser Funken in den Augen. Während der Nacht, beim Schlaf, schienen sie Sternen zu gleichen. Diese Sterne sagten mir: „Merke wohl auf, Louis Antoine, und fasse es. Das Hüttenfeuer macht das Eisen schmiedbar und der Mensch macht alsdann aus ihm, was er will. Deine Seele ist auch ein Feuer.    Wir verleihen dir die Macht, den Stoff geschmeidig zu machen, das Fleisch der Andern; und die Tauben werden hören und die Lahmen wandeln!“ –
        Eine Mutter tritt mit ihrem Kinde ein.    Der Kleine hat verbogene Beine und sein Leib ist mit roten Flecken überdeckt, das erbärmliche Produkt eines Daseins ohne Hygiene und entarteter Vorfahren.    Louis  A n t o i n e  legt auf diese entstellten Glieder seine erlösende Hand. Der Kleine zuckt von Zeit zu Zeit wie unter einer Versengung zusammen. Alsdann befiehlt ihm der Wundertäter zu gehen, ja selbst zu laufen. Er geht, er läuft in der Tat mit seinen elenden krummen Beinen. Es geht wahrhaftig besser, er lacht, er springt in die Arme Antoine’s mit jener Art instinktiver Erkenntlichkeit, welche die Kinder [wie schon die Tiere – Red.] dem bezeigen, der ihnen Gutes tut. Er ist freilich nicht geheilt, aber elektrisiert. Die Mutter weint vor Freude. Die Luft ist günstig für das Wunder rund um diesen Thaumaturgen herum, der da erklärt: „Er wird gesund, wissen Sie wohl; er wird laufen wie ein Häschen.“ Die Frau in Tränen und das Kind galvanisiert durch den Willen des Operateurs und den unklaren Glauben der ganz Kleinen, welche die Schwere ihres Leidens nicht kennen. Es schließt sich eine Befragung über die Ernährungsweise an.  A n t o i n e  verbietet Schweinefleisch und gestattet nur eine Kartoffel mit Butter, aber ohne Schmalz. Diese kulinarischen Details werden mit einer Andacht angehört, als ob sie aus dem Munde eines Gottes kämen.
        Jetzt ist die Reihe an einer Alten. Louis  A n t o i n e  berührt sie an der Stirne.    Eine der Gaben, deren sich der Wundertäter rühmt, ist, durch Intuition die Krankheiten im Körper abzulesen. Diese Patientin ist ganz und gar gläubig.    Unter ihrer schwarzen Haube belebt sich ihr Gesicht, starr und gelehrig, voll Vertrauen.    Nach Verlauf einer Minute trägt  A n t o i n e  seine Diagnose vor.    Er hat mit hinlänglicher Genauigkeit die Leiden dieser wackeren Frau und den Sitz des Übels entdeckt. Sie ist ganz aufgelöst. Jedesmal, wenn der Heiler ein Krankheitssymptom aufzählt, vergrößert sich ihre Begeisterung und schließlich ruft sie mit ihrer rauhen Bauernstimme:    „Ja, so ist es! Ja, so ist es!“    Aber Louis  A n t o i n e  dringt in sie: „Man muß die Wahrheit sagen! Ist es wirklich das, was Sie fühlen? Wir dürfen die Unwahrheit nicht verbreiten. Die Wahrheit hält uns oben.“ –
        Der Sekundärzug, der mich von Jemappes-sur-Meuse nach Lüttich zurückführen soll, pfeift schon in der Ferne; drum heißt es: Schluß machen! Ich frage  A n t o i n e, was er von den Ärzten hält, seinen großen Kollegen und Feinden. Er sagt nichts Übles. Dieser Magnetiseur hat ein christliches Herz.    „Jene behandeln bei den Krankheiten die Resultate, ich befasse mich mit ihren Ursachen“, sagt er mit einem gewissen Stolz.    Louis  A n t o i n e  ist ein Philosoph.    „Ihrer hundertundfünfzig haben eine Petition gegen mich unterzeichnet; meine Sendung stört sie. Ich bin nur zu einer Geldbuße von wenigen Francs verurteilt worden und noch dazu nur bedingungsweise. Man weiß, daß ich kein Geld verlange, und da ich keine Heilmittel verabreiche, was könnte man mir vorwerfen?“    Die Alte hat einige Sous in die Sparbüchse geworfen, die auf dem Kamin steht. Das ist alles, was dieser mystische Philanthrop annimmt. „Bevor Sie gehen, nehmen Sie noch mein Blatt.“
        Louis  A n t o i n e  hat sich in das niedrige und dunkle Zimmer begeben, worin seine Frau das Abendessen kocht. Ich stehe aufs neue in dem schmalen Gange, den das Kehrichtfaß verengt.    Der Wundertäter kommt mit einer Druckschrift zurück, welche den Titel trägt: Erkenne dich selbst! Ich werfe einen Blick auf dieses Blatt, angefüllt mit jenen weitschweifigen Phrasen, zu denen die spiritualistischen Doktrinäre das Rezept besitzen.    Es dürfte das keine Ausarbeitung von Louis  A n t o i n e  sein. Ich vermute, daß er schreibt, wie er spricht, d. h. schwerfällig. Sein Benehmen, seine Umgebung, seine Haltung, seine Worte, das ist's, was mir an ihm gefallen hat.    Eine große Einfalt, selbst Naivität und Illuminismus, aber ein braver Mann, ein wahrhaft braver Mann, der den doppelten Vorzug besitzt, zugleich unwissend und gläubig zu sein.    Und hierauf beruht vielleicht seine Wunderwirkung. – Ich mußte in weltferne belgische Dörfer gehen, um diesen Glauben zu finden. Ich sage mir, daß Louis  A n t o i n e  über eine unberechenbare Kraft verfügt.   C h a r c o t  begriff am Ende seines Lebens die weiten Grenzen dieses Hypnotismus, den er gewißermaßen zu seinem Eigentum gemacht hatte und der lediglich der vorläufige Ritus des metapsychischen Geheimnisses ist. Jenseits aber liegen Königreiche.
        C h a r c o t  verfaßte in einer englischen Zeitschrift eine berühmt gewordene Abhandlung, betitelt: „Die Glaubensheilung.“ Dieser geistvolle Beobachter schickte verzweifelte Krankheitsfälle nach Lourdes, wenn er bemerkte, daß die Betreffenden die Fähigkeit besaßen, zu „glauben“, worin wahrhaftig eine wirksame Gabe liegt, welche durch die religiösen Übungen, durch die Pilgerfahrt, die Berührung mit so vielen andern überzeugten Personen genährt und gesteigert wird. Sie hat ihren Sitz in unserem Unterbewußtsein. Der Glaube versetzt Berge, so sagt man. Er kann vor allem zur Gesundheit verhelfen, welche selbst eine geheime Quelle des Lebens ist.«

     

    *) Vergl. Febr.-Heft cr., K. Not. g), S. 127. - Red.

    **) Geuze-lambic ist ein kräftiges, sehr erfrischendes Bier, welches nur in Belgien, besonders gut nur in Brüssel hergestellt werden kann. Mit der Leipziger Gose hat es nur eine entfernte Aehnlichkeit. Es ist sehr reich an Milchsäure und wird gleich dem Burgunder aus in Körbchen liegenden Flaschen serviert. – Fr.

     

    Psychische Studien, Heft 7, Juli 1912

     

    Traduction :

    À propos de l'Antoinisme

    Message du Docteur en médecine Franz Freudenberg, actuellement à Bruxelles.

        Sous le titre : "La Belgique possède une nouvelle religion", le numéro du 1er janvier 1911 de l'"Echo du merveilleux" apporte quelques nouvelles sur le mouvement en Belgique appelé "Antoinisme", dont nos lecteurs ont probablement déjà appris quelque chose dans la presse quotidienne, en partie peut-être aussi par mon article dans le numéro de février du "Ubersinnliche Welt".
        L'"Echo" reprend le texte de l'allocution présentée à la Chambre des représentants de Belgique, couvert par 160 000 signatures, nombre sans précédent pour ce pays, dans laquelle les adeptes du grand "guérisseur" demandent la reconnaissance par l'Etat de leur culte particulier et le droit de construire davantage d'églises. L'antoinisme a déjà une église à Jemappes-sur-Meuse, la résidence du grand guérisseur. Presque tous les signataires de l'adresse et les adeptes de la secte sont des personnes respectées ; on trouve également parmi eux un grand nombre de personnes ayant fait des études supérieures : des enseignants, des médecins, des officiers, etc. Des milliers de certificats de guérison sont joints à la pétition, signés par des médecins respectés. Un, voire deux députés sont également antoinistes. Comme la Belgique ne compte que 20 000 Israélites et 15 000 Protestants, l'antoinisme représente la deuxième plus grande communauté religieuse de l'État. *)
        L'apparition d'Antoine, le grand guérisseur, mais non moins le développement de l'"antoinisme", est très intéressant sur le plan psychologique. C'est pourquoi l'"Echo" n'a pas hésité à envoyer son collaborateur, M. Jules Bois de Paris, à Jemappes pour interviewer de manière formelle l'ancien mineur et actuel fondateur de la religion. Le même numéro porte désormais le titre : "Une visite. Un grand guérisseur en Belgique" apporte le rapport de l'érudit susmentionné. Le nom de J u l e s  B o i s est connu de tous les lecteurs, sinon autrement, du moins grâce à ce pari concernant le mouvement contrôlé d'objets sans contact. Sans aucun doute, Jules Bois est un esprit fin, un observateur attentif, un penseur logique. Il est également un écrivain habile et un conteur stimulant. Par conséquent, je priverais effectivement les lecteurs de ce magazine de l'un des principaux attraits de l'ensemble du rapport si je ne le reproduisais pas dans son intégralité ci-dessous. Même le passage dans lequel, à la Molière, il vise les médecins, pourrait bien être attaqué. Oui, plus que cela, il lui est pardonné. C'est un sentiment d'élévation que de faire preuve de magnanimité, d'autant plus qu'il coûte si peu de se dépasser. Mais espérons que l'ami Bois ne voudra pas un jour être amené à revoir son opinion dans une certaine mesure par une rencontre occasionnelle avec une voiture ou par un petit mécontentement intérieur, comme ce mécontentement se développe parfois au fil des ans. Il y a des rumeurs de toutes sortes sur les derniers jours de la prédécesseur Miss E d d y. Mais assez de préambules, allons droit au but !

    [pour l’article en question, cf. Jules Bois - Le Guérisseur Louis Antoine (1901)  http://antoinisme.blogg.org/jules-bois-le-guerisseur-louis-antoine-1901-a148867618 ]

    *) Cf. Cahier de Février, Note g), p. 127. - Rédaction.


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